09.09.2016 - Heute ist das Wetter gerade mal so la-la, nichts Halbes und nichts Ganzes. Nach dem vielen Sonnenschein ziehen nun ein paar dunkle Wolken vorüber. Carlo kann heute mal wieder ausgiebig mit dem Frisbee spielen, der Strand ist groß genug. Wir fahren erst recht spät los, denn der Platz hier ist recht angenehm und ruhig. In Byxelkrok rasten wir und gönnen uns ein paar sehr gute Pommes Frites mit Burger im Schnellrestaurant / Kiosk an der Hauptstraße. Wir können gut draußen sitzen, trotz der Wolken ist es ziemlich warm.
Der Weg führt uns - immer noch entlang der Westküste - bis hoch zum Leuchtturm Långe Erik. Überall am Strand liegen unterschiedliche Steine in unglaublich vielen Farben. Dort, wo Algen und Wasser sich auf dem Stein treffen, entstehen bunte und schöne Muster wie dieses hier:
Wir finden zahllose Strandabschnitte, die wohl früher einmal die Anlegestellen von Fischern gewesen sein mögen. Viel von den alten Maschinen steht noch dort, inzwischen verrostet und unbrauchbar, aber manchmal eben auch fotogen:
Dieses Boot ist einmal gut geteert gewesen, wird aber wohl nie wieder schwimmen. Überhaupt ist es bemerkenswert, wie viele Boote ohne jegliche Sicherung - zum Teil mit Außenborder - irgendwo an einem Steg mitten im Nichts festgemacht sind.
Die Wolken verdüstern sich, in der Mitte scheint noch die Sonne: aber Regen wird es auch heute nicht mehr geben:
Das Wasser ist am Strand klar und die Pflanzen freuen sich:
Dies hier sieht aus wie ein ehemaliger U-Boot-Bunker aus St. Nazaire (Frankreich), ist aber keiner. Die Öffnungen sind vielleicht 80x40 cm groß, und es handelt sich "nur" um einen größeren Vorfluter:
Auf den vielen Steinen wachsen Moose und Flechten, überwiegend diese leuchtend gelbe Art:
Es bildet fantastische Formen, die schon mal an japanische Schriftzeichen oder Kalligrafie erinnern. Pro Jahr wachsen manche Flechten um gerade mal einen Zentimeter - wir können uns ausrechnen, wie alt diese Exemplare sein müssen, und wie lange der Stein nun schon unverändert am Strand von Öland liegt:
Dieses und die beiden anderen Exemplare sind etwa 15x15 cm groß. Die Flechten müssen also vor etwa 1.500 Jahren hier angefangen haben zu wachsen.
Bis an den Strand stehen die knorrigen Bäume, was der Insel auf etlichen Kilometern schon so etwas wie Mittelmeer-Flair verleiht:
Und überhaupt gibt es hier die seltsamsten Formen, die ein Baum erreichen kann:
... oder wie wäre es mit dieser Birke, die irgendwie einen gefrorenen Springbrunnen nachahmen möchte?
Wir erreichen nun den 1845 errichteten Leuchtturm Långe Erik. Dieser Turm hat noch einen Bruder an der Südspitze, da werden wir auch noch drüber berichten.
Am Leuchtturm, der in einem Naturschutzgebiet steht, befinden sich etliche kleine Häuser und Schuppen. Dabei handelt es sich um das ehemalige Lotsenhaus und noch ein paar jetzt privat bewohnte Häuser. Man könnte hier auch ins Café, nur ist der August schon vorbei: Saisonschluß in Schweden!
Der "Lange Erich" von Westen aus gesehen. Mit 32 Metern Höhe ist er gar nicht mal so hoch, doch er wirkt schon sehr beeindruckend.
Beeindruckend natürlich besonders aus der Nähe - auf 50 Meter hätte ich ihn sicher geschätzt.
In dem kleinen Hafen, der sich nach links (etwa Richtung Leuchtturm) fortsetzt, liegen wenige kleine Boote. Ein Fischer ist hier noch aktiv, dem gehört der blauweiße winzige Kutter rechts.
Wir gehen nach einem langen Spaziergang zum Wohnmobil zurück. Wunderschön spielt nun die Sonne mit den Wolken ... da lassen sich die schönsten Bilder draus zaubern!
Hier die Karte zu diesem Tag - wir kamen die Straße links unten herauf nach Norden. Man sieht gerade eben noch den Rand von Byxelkrok. Der Leuchtturm steht auf der größeren Insel rechts, er ist über die feste Landverbindung bequem zu Fuß erreichbar.
Unserer Reise kannst Du hier weiter folgen: Schweden 2016 - Tag 15 - An Ölands Ostküste