Die Kinderklinik an der Cloppenburger Straße in Oldenburg war über ein halbes Jahrhundert ein prägendes Gebäude des Stadtteils Kreyenbrück. Sie war der zweite große Standort des traditionsreichen Elisabeth-Kinderkrankenhauses. Die eigentliche Geschichte dieses Krankenhauses begann schon 1872. Es war aus einer Stiftung und dem Engagement des Oldenburgischen Frauenvereins hervorgegangen und befand sich zunächst an der Peterstraße, unmittelbar beim Peter Friedrich Ludwigs Hospital. Es war eines der frühen spezialisierten Kinderkrankenhäuser in Nordwestdeutschland. Im Laufe der Jahrzehnte wurde es mehrfach erweitert, unter anderem mit einem Isolierhaus und zusätzlichen Betten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg reichten die alten Gebäude in der Innenstadt nicht mehr aus. Die Stadt Oldenburg entschied daher, die Kinderklinik in den Krankenhauskomplex von Kreyenbrück zu verlagern.
1953 zog das Elisabeth-Kinderkrankenhaus an die Cloppenburger Straße 363.
Dort wurde ein ehemaliges Offizierskasino der Wehrmacht umgebaut und um einen Neubau für die Infektionsabteilung ergänzt. Das Gebäude gehörte ursprünglich zur militärischen Nutzung des Geländes, wurde nach dem Krieg jedoch für die zivile Gesundheitsversorgung umgewidmet. Mit dem Umzug entstand erstmals eine räumliche Nähe zu den Städtischen Krankenanstalten, aus denen später das Klinikum Oldenburg hervorging.
Zwischen den 1950er und 1970er Jahren entwickelte sich die Klinik von einem allgemeinen Kinderkrankenhaus zu einem zunehmend spezialisierten medizinischen Zentrum. Gegen Ende der 1990er Jahre aber war das Haus an der Cloppenburger Straße trotz zahlreicher Umbauten nicht mehr zeitgemäß. Probleme waren unter anderem die bauliche Struktur des ehemaligen Kasinos, lange Wege zwischen Kinderklinik und den übrigen Kliniken, fehlende moderne Funktionsräume, und vor allem gestiegene Anforderungen an die Intensiv- und Neugeborenenmedizin.
Daher entschied man sich nicht für einen weiteren Umbau, sondern für einen vollständigen Neubau auf dem Gelände des Klinikums.
2003 wurde die neue Kinderklinik „An den Voßbergen“ eingeweiht. Sie war direkt mit dem Klinikum verbunden und speziell für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen geplant. Die meisten Abteilungen verließen daraufhin die Cloppenburger Straße. Eine Abteilung blieb zunächst zurück, und zwar die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Sie nutzte das alte Gebäude noch bis 2008, bevor sie in einen eigenen Neubau an der Brandenburger Straße umzog.
Bildquelle dieses Fotos: mapillary.com, (by moenk, auf mapillary.com, CC BY-SA 4.0)
Danach stand die ehemalige Kinderklinik leer. 2013 wurde das Gebäude an der Cloppenburger Straße komplett entkernt, ein Teil abgerissen. Der heute noch stehende Teil wurde vollständig saniert.
Wir konnten mit Erlaubnis der Baufirma noch hinein, unmittelbar bevor die Entkernung richtig losging. Offenbar - siehe Bilder aus dem Keller - hatten sich hier schon mehrere Fotografen eingefunden und den Keller "umdekoriert".



















































































