2005 sind wir für einen Tagesausflug nach Sanssouci gefahren. Wenn mich nach all den Jahren nicht alles täuscht, waren wir nochmal dort, da ergänzen wir am besten irgendwann mal auch diese Galerie. Anreise ist ohne Probleme, aber beim Parken wird schon gnadenlos hingelangt. Auf dem Parkplatz soll man mit dem Wohnmobil auch übernachten können, haben wir damals nicht ausprobiert. Wir lesen, die Plätze seien doch arg kurz. Eine Viertelstunde Fußmarsch nördlich liegt ein anderer Wohnmobilstellplatz (1.200 Meter). Der Weg dahin ist sogar recht hübsch und führt u.a. am Krongut vorbei.
Schloss Sanssouci ist das bekannteste Schloss Potsdams und gilt als Hauptwerk des friderizianischen Rokoko. Es wurde zwischen 1745 und 1747 unter König Friedrich II. von Preußen als privates Sommerschloss errichtet. Der Name stammt aus dem Französischen: „sans souci“ bedeutet „ohne Sorge“. Friedrich wollte hier bewusst Abstand vom höfischen Zeremoniell und den Regierungsgeschäften gewinnen.
Geschichte
Bereits 1744 ließ Friedrich II. den sogenannten „Wüsten Berg“ in Weinbergterrassen umgestalten. Erst danach entstand das Schloss als architektonischer Mittelpunkt der Anlage. Den Entwurf entwickelte der König selbst gemeinsam mit seinem Hofarchitekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Zwischen beiden kam es zu Meinungsverschiedenheiten – etwa über die Unterkellerung des Gebäudes –, doch Friedrich setzte seine Vorstellungen weitgehend durch. Im Gegensatz zu den großen europäischen Residenzen wie Versailles sollte Sanssouci kein Machtsymbol sein. Das eingeschossige Gebäude öffnet sich direkt zu den Weinbergterrassen und verbindet Architektur und Garten auf ungewöhnlich enge Weise.
Architektur
Das Schloss besitzt nur etwa ein Dutzend Hauptzimmer und wirkt dadurch vergleichsweise intim. Zu den bedeutendsten Räumen gehören: der Marmorsaal als Fest- und Empfangsraum, die Bibliothek Friedrichs II., das Musikzimmer, in dem der König häufig Flöte spielte und das berühmte Voltaire-Zimmer mit seiner reichen Rokoko-Dekoration. Die vergoldeten Ornamente, Stuckarbeiten und Skulpturen gehören zu den schönsten Beispielen des preußischen Rokoko.
Der Park Sanssouci
Zum Schloss gehört der rund 300 Hektar große Park Sanssouci, der im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts ständig erweitert wurde. Zu den bekanntesten Bauwerken zählen Neues Palais, Bildergalerie, Neue Kammern, Chinesisches Haus und Orangerieschloss. Gemeinsam bilden sie eines der bedeutendsten Schloss- und Gartenensembles Europas. Euer Rundgang durch den Park kann auch sehr gut am Neuen Palais beginnen.
Friedrichs Grab
Friedrich II. verfügte, auf der obersten Weinbergterrasse neben seinen Hunden beigesetzt zu werden. Sein Wunsch wurde zunächst nicht erfüllt; stattdessen wurde er in der Garnisonkirche Potsdam und später auf der Burg Hohenzollern bestattet. Erst 1991, mehr als 200 Jahre nach seinem Tod, wurde er entsprechend seinem Testament auf der obersten Terrasse von Sanssouci beigesetzt. Besucher legen dort bis heute häufig Kartoffeln nieder – eine symbolische Würdigung seines Einsatzes für den Kartoffelanbau in Preußen.
UNESCO-Welterbe
Guckt euch mal auf dipul genauer um, es gibt mindestens eine außerhalb des Geländes gelegene Ecke, von der aus die Drohne sicher eine gute Übersicht aus 100 Metern Höhe bekäme.
Seit 1990 gehören das Schloss und der Park Sanssouci zum UNESCO-Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“. Die Anlage zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Deutschlands und zieht jährlich Hunderttausende Besucher an.
Sanssouci hat ein paar Besonderheiten. Das Schloss besitzt zum Beispiel keine monumentale Haupttreppe wie Versailles – Friedrich bevorzugte einen unmittelbaren Zugang in den Garten. Seine Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern wohnte nicht in Sanssouci; das Schloss diente ausschließlich dem König und seinem ausgewählten Gästekreis. Friedrich empfing hier unter anderem den französischen Philosophen Voltaire, der zeitweise am preußischen Hof lebte.
Sanssouci ist heute nicht nur das Wahrzeichen Potsdams, sondern auch ein einzigartiges Zeugnis der Aufklärung: ein bewusst schlichtes, landschaftlich eingebundenes Schloss, das Kunst, Philosophie, Musik und Gartenarchitektur in einem Gesamtkunstwerk vereint.
Euren Besuch solltet ihr gut planen. Im Sommer, wenn sich hier Tausende Touristen drängeln, ist der Besuch nicht so entspannt und man steht sich die Füße in der Schlange platt. Und dann geht's mit Vollgas durch die Räume, in der Gruppe brüllen vier Amis gleichzeitig "amaaaaazing" bei jeder einzelnen kleinen Vase ... neee, nicht unser Ding. Ihr könnt rund ums Jahr recht gut draußen durch den Park, während der Saison nur bedingt gut in die Gebäude für eine Führung. Seit einiger Zeit kann auch eine feste Zeit mitgebucht werden, das entzerrt wohl das Gedränge etwas. Die Anzahl der Tickets ist begrenzt, die Schloßverwaltung rät dringend zu frühzeitigem Buchen. Der Park kann ohne Eintritt besichtigt werden.
Und anschließend guckt euch auch mal in Potsdam um, es gibt noch sehr viel alten und schön restaurierten Gebäudebestand.















































