Habt ihr ein halbwegs modernes Fahrzeug, was immer noch mit Halogenscheinwerfern ausgerüstet worden ist? Seit einiger Zeit gibt es für bestimmte Modelle die Möglichkeit, die Leuchtmittel gegen zugelassene LED-Leuchtmittel auszutauschen. Dem hohen Preis von etwa 120 € /Paar stehen höhere Lebensdauer und vor allem deutlich besseres Licht gegenüber.
Ist das ein Problem? Nein. Geht ganz einfach.
Als erstes entscheidet ihr euch für eine grundsätzlich zugelassene Lampe eines namhaften Herstellers, und bestellt nicht irgendeine Tranfunzel für zwei Euro bei Babi Ala oder sonstwo. Ansonsten erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.
Wir haben uns für die Osram Nightbreaker SP 450 entschieden, nachdem einige Tests und Kundenberichte sehr vielversprechend klangen. Und, nicht zu vergessen, die Lampen sind in der neuesten Veröffentlichung der sogenannten "Kompatibilitätsliste" von Osram als zugelassen für unser Fahrzeug markiert worden:
Das ist also der erste Schritt - euer Fahrzeug in dieser Liste suchen und finden. Es nutzt euch nichts, wenn ihr z.B. den Renault Master der davor laufenden Generation hättet, der hat andere Scheinwerfer, die für die Zulassung noch nicht geprüft wurden.
Zweiter Schritt - ihr vergleicht die Nummer "E8 10050" (bei eurem Fahrzeug vielleicht anders) mit dem, was auf dem Scheinwerfergehäuse steht. Beim Renault sind es Aufkleber auf der Oberseite. Das ist die Nummer, unter der der Scheinwerfer bauartgeprüft und zugelassen wurde. Nur für dieses Modell gilt jetzt der Eintrag aus dem gezeigten Bild oben!
Dritter Schritt: Jetzt könnt ihr die Lampen bestellen oder im Laden abholen. Achtet wieder mal auf eine seriöse Herkunft, denn auch hier sind Anbieter am Markt mit Plagiaten übelster Qualität.
Vierter Schritt: mit den neuen Lampen zum Auto, beim Renault Master habt ihr noch relativ Glück, weil der zwar ziemlich verbaut ist vorne und man wegen der Größe auf einem Hocker steht, aber immerhin muss man nicht die halbe Front demontieren. Bei einigen Fahrzeugen müssen die Scheinwerfer raus und das ist nicht wirklich lustig.
Fünfter Schritt: Achtet darauf, die richtige Lampe auszubauen. Habt ihr auf einmal eine H1 in der Hand, könnte das "Fernlicht" gewesen sein. Lest die Anleitung durch. Sie ist bei manchen Fahrzeugen auch gerne missverständlich. Wo man dreht oder zieht, ist bei der Anleitung vom Renault Master nicht so super klar dargestellt. Nehmt die schwarze Gummikappe hinten langsam ab (und guckt euch an, wie sie befestigt ist!), macht ein Foto von der eingebauten Lampe und dem Sockel. Dann seht ihr schon, worauf es ankommt.
Die Lampe geht bei korrekter Montage ohne Kraftaufwand rauszuziehen oder einzusetzen - bevor ihr also an dem Plastikkram irgendwas abbrecht - keine Gewalt, und wenn alle Stricke reißen, doch in die Werkstatt gehen.
Sechster Schritt: H7-Lampe nach Anleitung auf einer Seite ausbauen, LED-Leuchte einbauen. Probehalber Licht einschalten:
Hier sieht man schon einmal, das der rechte Scheinwerfer nicht so gelblich leuchtet wie der linke und auch heller wirkt.
Siebter Schritt: Andere Seite auch so tauschen, nochmal Licht prüfen. Die EInstellung der Scheinwerfer kann jetzt notwendig sein. Fahrt an eine Wand heran und schaut, ob die Kanten der Ausleuchtung gleichmäßig hoch sind.
Achter Schritt: Osram liefert zwei kleine Aufkleber mit einer Menge Nummern mit. Ihr nehmt etwas Alkohol oder Spiritus und wischt am Scheinwerfergehäuse eine kleine Stelle sauber und fettfrei, da müssen links und rechts je ein Aufkleber drauf. Sonst merkt der TÜV-Prüfer zwar, dass ihr eine LED drin habt, weiß aber nichts von der Zulassung - schwerer Mangel, durchgefallen!
Lichtvergleich:
Hier sind beide Scheinwerfer mal direkt nebeneinander.
Und nun die Probefahrt im Dunkeln, wir hatten praktischer Weise auch Regenwetter. Das Licht war sehr schön, absolut gleichmäßig und eine angenehm breite Streuung. Die "bis zu 450%" mehr Licht würde ich jetzt nicht so bestätigen als Laie, aber subjektiv mehr als doppelt so hell sind die schon. Hat sich das gelohnt? Wir fahren nicht viel bei Nacht, andererseits fährt man ja auch manche Strecken doch besser nicht bei Tage wegen dem Verkehr (Nachtfähre ist z.B. manchmal 50% billiger). Ja, das hat sich gelohnt. Ein nicht ganz billiges Vergnügen, aber fein zu fahren.
Nachts werden wir vom Gegenverkehr nicht angeblinkt - unsere Scheinwerfer sind korrekt eingestellt, und die hellen Lampen blenden dann auch nicht.